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BAG: Bundesrat legt Planung für die nächsten Monate vor

01.07.2021, Bern - An seiner Sitzung vom 30. Juni 2021 hat der Bundesrat diskutiert, wie sich die Schweiz auf die Herbst- und Wintermonate und einen möglichen Wiederanstieg der Fallzahlen vorbereiten soll. Er hat verschiedene Szenarien sowie seine Überlegungen zum weiteren Vorgehen in einem Bericht festgehalten. Im Zentrum stehen das rasche Entdecken besorgniserregender Virusvarianten, die Weiterführung der Impfkampagne sowie genügend Kapazitäten für das Testen und das Contact Tracing in den Kantonen.

Die epidemiologische Lage in der Schweiz hat sich in den letzten Monaten stark verbessert. Für die 
Entwicklung der Epidemie in den nächsten Monaten sieht der Bundesrat drei mögliche Szenarien. Allen 
gemeinsam ist die Annahme, dass das Virus längerfristig endemisch wird. Das heisst, dass das Virus nicht 
verschwinden, sondern weiterhin in der Bevölkerung zirkulieren wird. Die meisten Menschen werden über 
kurz oder lang mit dem Virus in Kontakt kommen und infiziert, wenn sie nicht durch eine Impfung geschützt 
sind.

Drei Szenarien für Herbst und Winter

Im Szenario 1 bleiben die Fallzahlen auf einem niedrigen Niveau. Kleinere Ausbrüche sind weiterhin 
möglich. Die Fallzahlen können saisonal bedingt etwas steigen, führen aber nicht zu einer nennenswerten 
Belastung des Gesundheitswesens. Die noch bestehenden Massnahmen können aufgehoben werden. Die 
Krise wäre zu Ende.

Im Szenario 2 kommt es zu einem Anstieg der Fallzahlen spätestens im Herbst oder Winter. Dafür kann es 
mehrere Gründe geben, zum Beispiel der Anteil nicht geimpfter Personen, das Aufheben der 
Massnahmen, saisonale Effekte oder das Auftreten neuer, ansteckenderer Virusvarianten. Dieser Anstieg 
führt zu einer so starken Belastung des Gesundheitssystems, dass sie die Weiterführung oder 
Wiedereinführung gewisser staatlicher Basismassnahmen wie Maskenpflicht oder Abstandsvorschriften 
notwendig macht. Auffrischimpfungen können notwendig werden.

Im Szenario 3 treten eine oder mehrere neue Virusvarianten auf, gegen die eine Impfung oder 
durchgemachte Erkrankung nicht mehr oder deutlich weniger schützen. Es kommt zu einer neuen, 
pandemischen Welle. Ein starkes staatliches Eingreifen und eine erneute Impfung sind erforderlich.

Im Zentrum der Mittelfristplanung von Bund und Kantonen steht Szenario 2 und folgende 
Herausforderungen:

Neue besorgniserregende Virusvarianten rasch entdecken

Je rascher neue besorgniserregende Varianten identifiziert werden, desto rascher können Einschleppung 
und Ausbreitung mit gezielten Massnahmen limitiert werden. Der Bundesrat hat dazu bereits vorsorglich 
Massnahmen beschlossen, etwa zum Vorgehen an den Grenzen. Er hat heute das Eidgenössische 
Departement des Innern (EDI) beauftragt, in Zusammenarbeit mit den betroffenen Bundesstellen und den 
Kantonen das Überwachungssystem für das Aufspüren neuer Virusvarianten und das Monitoring ihrer 
Verbreitung in der Schweiz zu verstärken.

Impfbereitschaft erhöhen

Die breite Impfung der Bevölkerung ist entscheidend, um die Gesundheitsversorgung zu entlasten und die 
Epidemie zu bewältigen. Ein möglicher Wiederanstieg im Herbst wird wesentlich davon abhängen, wie 
hoch der Anteil geimpfter Personen in der Bevölkerung ist. Die Informationen zur Impfung werden deshalb 
intensiv weitergeführt. Für die mittelfristige Planung sind die Vorbereitung auf die Auffrischimpfung und die 
Anpassung der Impfung an neue Virusvarianten wichtig.

Auffrischimpfung vorbereiten

Derzeit gilt eine Schutzdauer von mindestens 12 Monaten gegen milde Covid-19-Erkrankungen. Gegen 
schwere Verläufe und Hospitalisierungen wird von einer Schutzdauer von mehr als 12 Monaten 
ausgegangen, bei gesunden Erwachsenen kann diese wesentlich länger sein. Wie lange die Impfung vor 
einer Übertragung schützt, ist derzeit noch nicht bekannt. Um längerfristig einen ausreichenden Schutz zu 
gewährleisten, dürften frühestens ab dem nächsten Winter Auffrischimpfungen für bestimmte 
Bevölkerungsgruppen oder für alle bereits geimpfte Personen notwendig sein.

Der Bundesrat hat das EDI beauftragt, unter Einbezug der betroffenen Stellen bei Bund und Kantonen die 
Vorbereitungen für die Planung und Durchführung der Auffrischimpfungen frühzeitig an die Hand zu 
nehmen. Die Kantone bleiben vor Ort für die Organisation der Impfung und das Bereitstellen der nötigen 
Kapazitäten zuständig. Das VBS wird beauftragt, die Impfstofflogistik solange zu gewährleisten, bis diese 
in die etablierten privaten Verteilkanäle überführt werden kann.

Gegen die bisher aufgetretenen Virusvarianten zeigen die in der Schweiz zugelassenen Impfstoffe eine 
sehr gute Wirksamkeit. Jedoch ist nicht auszuschliessen, dass das Auftreten von neuen Virusvarianten 
eine Anpassung der Impfstoffe notwendig macht. Die Technologie der mRNA-Impfstoffe erlaubt eine 
verhältnismässig einfache und rasche Anpassung an neue Virusvarianten. Bis Impfungen mit einem 
angepassten Impfstoff erfolgen können, werden im günstigsten Fall etwa 6 Monate benötigt.

Teststrategie anpassen

Der Zugang zum Testen soll weiterhin niederschwellig und für alle offen sein. Wer Symptome verspürt soll 
sich nach wie vor sofort testen lassen können. Die Laborkapazitäten müssen im Falle einer 
Verschlechterung der epidemischen Lage rasch erhöht werden können. Wenn alle impfbereiten 
erwachsenen Personen geimpft sind, soll die Teststrategie angepasst werden. Das präventive Testen soll 
mit Beginn der Normalisierungsphase zurückgefahren werden, mit Ausnahme in den Schulen. Der Bund 
fordert die Kantone auf, mit repetitiven Tests sicherzustellen, dass der Schulbetrieb ohne einschränkende 
Massnahmen weitergeführt werden kann. Ausbrüche bei Kindern sollen möglichst verhindert werden. In 
Ländern, in welchen die Delta-Variante vorherrschend ist, werden überdurchschnittlich viele Ansteckungen 
in Schulen festgestellt. Wann eine Impfung von Kindern unter 12 Jahren möglich sein wird, ist noch nicht 
klar. Für diese Altersgruppe liegen noch keine Studiendaten vor. Für die Impfung von Kindern und 
Jugendlichen ab 12 Jahren liegt bisher die Zulassung von Swissmedic für einen Impfstoff vor.

Kapazitäten für Contact Tracing erhalten

Auch im Falle einer weiteren Normalisierung des gesellschaftlichen Lebens bleibt das Contact Tracing eine 
wichtige Massnahme, um auftretende Fälle rasch zu isolieren und eine Ausbreitung zu verhindern. Dies 
spielt vor allem im Falle eines Auftretens besorgniserregender Virusvarianten oder für besonders 
gefährdete Personen eine wichtige Rolle, zum Beispiel in Alters- und Pflegeheimen. Es ist deshalb wichtig, 
dass die Kantone die nötigen Kapazitäten für das Nachverfolgen von Ansteckungen erhalten oder rasch 
wieder aufbauen können.

Kapazitäten des Gesundheitssystems erhalten

Im Falle eines Wiederanstiegs der Fallzahlen müssen ausreichend Kapazitäten vor allem in den Spitälern 
zur Verfügung stehen. Dafür sind die Kantone zuständig. Zudem muss das Gesundheitssystem auf eine 
zusätzliche Belastung durch längerfristige gesundheitliche Auswirkungen einer Covid-19-Erkrankung (Long 
term effects of Covid-19) reagieren können. Auch die Auswirkungen der Epidemie und der getroffenen 
Massnahmen auf die psychische Gesundheit gilt es weiterhin zu verfolgen.

Ende der besonderen Lage

Der Bundesrat hat sich auch mit der Frage nach dem Ende der besonderen Lage gemäss 
Epidemiengesetz befasst. Sie endet dann, wenn aufgrund der Bedrohung durch
SARS-CoV-2 weltweit keine gesundheitliche Notlage besteht und keine Gefährdung der öffentlichen 
Gesundheit in der Schweiz mehr droht.

Weitere Themen der Mittelfristplanung

In seiner Auslegeordnung für die nächsten Monate hat der Bundesrat auch weitere Themen diskutiert, 
etwa die Versorgung mit medizinischen Gütern, die längerfristigen gesellschaftlichen Auswirkungen, 
internationale Aspekte, Einreisebestimmungen, die Krisenorganisation und digitale Systeme. Die meisten 
dieser Themen betreffen Bund und Kantone.

SwissCovid App wird erweitert

Der Bundesrat hat heute auch beschlossen, die SwissCovid App per Anfang Juli 2021 um eine Check-in-
Funktion zu erweitern und damit das Contact Tracing gezielt zu ergänzen. Das dezentrale System zeichnet 
keine persönlichen Daten auf und nutzt weder Bluetooth noch GPS. Die Check-in-Funktion soll bei 
kleineren Veranstaltungen eingesetzt werden – zum Beispiel bei privaten Treffen, Sporttrainings, 
Chorproben und kleinen Konzerten oder in Sitzungszimmern. Veranstalterinnen und Veranstalter können 
direkt in der App einen QR-Code erstellen, den die Gäste bei ihrer Ankunft einscannen, um sich so bei der 
Veranstaltung einzuchecken. Nach der Veranstaltung bestätigen die Gäste in der App, dass sie die 
Veranstaltung verlassen haben. Diese Informationen werden auf dem eigenen Mobiltelefon während 14 
Tagen lokal gespeichert und danach automatisch gelöscht. Wird eine Person nach einer Veranstaltung 
positiv auf das Coronavirus getestet und gibt den Covidcode in die SwissCovid App ein, erfolgt eine 
automatische Benachrichtigung an alle Gäste, die im gleichen Zeitraum bei derselben Veranstaltung 
eingecheckt waren.

Förderprogramm für Medikamente gegen Covid-19

Der Bundesrat hat auch beschlossen, die Umsetzung seines Förderprogramms für Medikamente gegen 
Covid-19 dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) und Innosuisse zu übertragen. Das BAG wird über die 
Finanzierungsbeiträge entscheiden. Innosuisse übernimmt die Ausschreibungen und die technische 
Evaluation der eingereichten Projekte. Mit dem Programm soll die Forschung, Entwicklung und Herstellung 
von Medikamenten gegen Covid-19 gefördert werden, um zu einer sicheren und raschen Versorgung der 
Schweizer Bevölkerung beizutragen. Die Kriterien des Programms und das Eingabeverfahren sollen noch 
im Juli 2021 publiziert werden. Das Programm ist bis Ende 2022 befristet.

Medienkontakt:

Bundesamt für Gesundheit,
Infoline Coronavirus +41 58 463 00 00
Infoline Covid-19-Impfung +41 58 377 88 92
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